Schnelles Internet per Breitband – Steinfurt versorgt Außenbereiche
Ende des vergangenen Jahres hat Bürgermeisterin Claudia Bögel-Hoyer den vorläufigen Förderbescheid zum Breitbandausbau beim Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) in Berlin persönlich entgegen genommen. Mit der Kofinanzierung durch das Land NRW, die im Februar folgte, steht der Stadt für den Breitbandausbau insgesamt eine Fördersumme von 13,74 Mio. € zur Verfügung.
Seitdem ist die Kreisstadt Steinfurt dabei, einen Partner für das Verlegen der Kabel und das Betreiben des schnellen Internets zu suchen. Mittels europaweiter Ausschreibung soll ein geeigneter und verlässlicher Bieter gefunden werden.
Wer profitiert vom Breitbandausbau?
Durch die Förderung können alle Haushalte, die bisher kein Internet haben oder weniger als 30 mbit/s erhalten, mit Breitband versorgt werden. Das betrifft vorranging die Haushalte in den Steinfurter Bauernschaften und landwirtschaftlichen Betriebe im Stadtgebiet Steinfurt. Insgesamt werden rund 800 private Haushalte und Gewerbebetriebe angeschlossen.
Eine Förderung des Innenbereiches ist im Rahmen des Förderprogramms nicht möglich. Dieser wurde bereits durch die Telekom im sogenannten Vectoring-Verfahren oder Unitymedia mit schnellem Internet versorgt.
Was ist in der Zwischenzeit passiert?
Seit Fördermittelbewilligung ist die Stadt auf der Suche nach einem geeigneten Telekommunikationsunternehmen. Gemeinsam mit Ingmar Ebhardt, dem Breitbandkoordinator des Kreises Steinfurt sowie einer juristischen und einer technischen Beratungsfirma wurde die europaweite Ausschreibung vorbereitet.
„Die lange Vorbereitungszeit ist leider kein Einzelfall", weiß Ingmar Ebhardt zu berichten. „Die Projekte gestalten sich in jeder Kommune verschieden und für viele Fragen müssen wir individuelle Lösungen mit dem Bund abstimmen." Viel Zeit hat die Überprüfung und Korrektur der Gebietskulisse in Anspruch genommen. „Nachdem das Thema Förderung in der Öffentlichkeit war, haben wir viele Anfragen aus der Bevölkerung erhalten" berichtet Debbie Kattenbeck. Die Wirtschaftsförderin führt aus: „Die Rückmeldung aus der Bürgerschaft war wichtig, um eine vollständige Versorgung sicherstellen zu können."
Wie ist der aktuelle Stand im Ausschreibungsverfahren?
Nach Beschlussfassung im Rat der Kreisstadt Steinfurt am 12.07.2018, wurde die Europaweite Ausschreibung am 11.09.2018 erfolgreich gestartet.
Inzwischen ist der erste Teil der Ausschreibung, der Teilnahmewettbewerb, abgeschlossen und ausgewertet. „Die geeigneten Bieter werden in den kommenden Tagen zur Angebotsabgabe aufgefordert." erklärt Maria Lindemann. Die erste Beigeordnete der Kreisstadt Steinfurt freut sich über das große Interesse der Anbieter, obgleich sie natürlich keine Details zum laufenden Verfahren preisgeben kann.
Wann kann mit schnellem Internet gerechnet werden?
Wie lange es dauert, bis das auszubauende Unternehmen feststeht, kann nur schwer prognostiziert werden. „Das hängt maßgeblich davon ab, wie sich die Bieter im Verfahren verhalten", erklärt Lindemann. Vor Abgabe der endgültigen Angebote ist mindestens eine Verhandlungsrunde mit allen Anbietern vorgesehen. Und selbst wenn alle Bieter mitspielen und das Verfahren ohne Einsprüche und fristverlängernden Maßnahmen durchläuft, ist das erfolgreiche Angebot noch von der Bundesnetzagentur und vom Fördermittelgeber zu prüfen. Erst dann wird die endgültige Bewilligung erteilt und der Ausbau kann starten.
Ingmar Ebhardt wagt einen Blick in die Zukunft: „Aus Erfahrungen mit anderen Verfahren halte ich einen Projektstart im zweiten Quartel 2019 für realistisch. Aber nageln sie mich nicht darauf fest!"
Abgrenzung der Begriffe
Breitband = übergeordneter Sammelbegriff für Datenleistungen mit einer hohen Übertragungsrate
Vectoring = Erweiterung der VDSL-Technik, ermöglicht Datenübertragung von 100 Mbit/s
Vectoring verbessert die Verbindung zwischen Verteilerkasten und Endkunden.
Glasfaser = Datenübertragung von bis zu 1.000 Mbit/s = 1 Gigabit
Da Glasfaserkabel im Gegensatz zu Kupferkabeln die Informationen mit Licht transportieren, gehen auch über große Entfernungen kaum Geschwindigkeiten verloren.
