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Beteiligungswerkstatt "Augen auf!"

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Veröffentlicht am: 23.12.2025
Quelle: Eigenbericht
Autor: Moritz Beier - Stadtjugendpfleger

Jugendliche erheben ihre Stimme: Beteiligungswerkstatt „Augen auf!“ zeigt, was junge Menschen in Steinfurt bewegt

Beteiligungswerkstatt "Augen auf!" © Kreisstadt Steinfurt Wie sehen junge Menschen ihre Stadt? Was läuft gut - und wo gibt es aus ihrer Sicht dringenden Handlungsbedarf? Diese Fragen standen im Mittelpunkt der Beteiligungswerkstatt "Augen auf!", die am 26. November stattgefunden hat. Jugendliche aus Steinfurt nutzten die Gelegenheit, ihre Erfahrungen, Beobachtungen und Wünsche offen einzubringen und miteinander ins Gespräch zu kommen.

"Augen auf!" ist dabei mehr als eine einzelne Aktion. Das Projekt steht für Werte und Haltung: für ein respektvolles Miteinander, für Zusammenhalt und dafür, gemeinsam etwas zu bewegen. Themen wie Toleranz, Vielfalt, Respekt und Zivilcourage spielen eine zentrale Rolle. Gleichzeitig richtet sich "Augen auf!" klar gegen alles, was dem entgegensteht - gegen Ausgrenzung, Diskriminierung und Mobbing. Genau diese Werte und Haltungen spiegelten sich auch in den Beiträgen der Jugendlichen wider.

In mehreren Arbeitsgruppen sammelten die Teilnehmenden Eindrücke aus ihrem Alltag. Positiv genannt wurden unter anderem stadtbelebende Orte wie das Freibad und Sportanlagen sowie engagierte Projekte an Schulen, etwa durch Schülervertretungen oder Aktionen gegen Ausgrenzung. Viele Jugendliche betonten, wie wichtig es für sie ist, Räume zu haben, in denen ihre Meinung zählt. Die Beteiligungswerkstatt selbst wurde dabei als genau so ein Raum wahrgenommen.

Gleichzeitig wurden auch kritische Punkte deutlich. Häufig angesprochen wurden fehlende wetterunabhängige Treffpunkte, zu wenige Orte zum Chillen, mangelnde Informationen über Angebote und Veranstaltungen sowie unzureichende Busverbindungen - besonders abends und am Wochenende. Auch das Sicherheitsgefühl im öffentlichen Raum, etwa durch fehlende Beleuchtung, spielte für viele eine Rolle.

Ein besonders zentrales Thema war der Umgang mit Ausgrenzung, Diskriminierung und Rassismus. Jugendliche berichteten von Mobbing, Beleidigungen und davon, nicht ernst genommen zu werden. Auch psychische Belastungen wie Angst, Selbstzweifel oder Depressionen wurden benannt. Viele wünschten sich mehr Sensibilisierung, klare Haltung und verlässliche Ansprechpersonen - in Schulen wie auch darüber hinaus.

Aus der Beteiligungswerkstatt heraus entstanden konkrete Ideen für das Projekt "Augen auf!" selbst. Im Mittelpunkt steht die Idee, eine von Jugendlichen organisierte Aktion beziehungsweise Veranstaltung auf die Beine zu stellen - gedacht als Stadtfest oder Wochenmarkt in der Innenstadt von Burgsteinfurt. Geplant sind unter anderem Informations- und Mitmachstände, kreative Aktionen, Plakate und Leinwände mit Statements von Jugendlichen, Musik von Schulbands, Redebeiträge sowie generationenübergreifende Angebote. Auch Spendenaktionen und Formate, die zum Austausch und Nachdenken anregen, sind Teil der Überlegungen. Die Gruppe, die sich aus der Werkstatt heraus gebildet hat, gab sich dafür den Namen "Die Marktschreier" - ein bewusst gewähltes Zeichen dafür, dass junge Menschen ihre Themen sichtbar machen wollen.

Alle diese Ideen stammen direkt aus der Beteiligungswerkstatt vom 26. November und bilden die Grundlage für die weitere Planung von "Augen auf!". Nicht alles lässt sich im Rahmen einer einzelnen Aktion umsetzen, doch keine Idee geht verloren. Die Ergebnisse werden gesammelt, weitergedacht und bilden den Ausgangspunkt für die nächsten Schritte.

Daraus ergeben sich zugleich klare Arbeitsaufträge: Jugendliche sollen bei der Umsetzung ihrer Ideen begleitet werden und es braucht verlässliche Anlaufstellen - sowohl für diejenigen, die sich beteiligen möchten, als auch für junge Menschen, die Gesprächsbedarf haben oder Unterstützung suchen. Darüber hinaus wurden viele weitere Themen angesprochen, etwa zu Schule, Mobilität, Sicherheit und dem sozialen Miteinander, die ebenfalls aufgegriffen und rückgemeldet werden sollen.

Entscheidend ist aus Sicht der Jugendlichen dabei weniger die konkrete Form, sondern vor allem das Gefühl, ernst genommen zu werden, Rückmeldung zu erhalten und zu sehen, was aus den eigenen Ideen wird. Genau hier setzt "Augen auf!" an: als Startpunkt, um Themen sichtbar zu machen und gemeinsam weiterzuentwickeln - nicht als fertige Lösung. Die Impulse kommen von den Jugendlichen selbst, die nächsten Schritte entstehen im gemeinsamen Prozess.

Nach den Weihnachtsferien geht es im neuen Jahr weiter. Die Ideen sollen weiter konkretisiert werden, um so Beiträge für die geplante Aktion zu entwicklen. Auch dann gilt: "Augen auf!" lebt davon, dass Jugendliche sagen, was ihnen wichtig ist - und gemeinsam daran gearbeitet wird, daraus etwas zu machen.

 
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